Ricarda-Huch-Schule - Kiel

Geschichte der Schule

1861 - Gründung als "Höhere Mädchenbürgerschule"

Das erste Schulgebäude der späteren Ricarda-Huch-Schule ist der Jahnsche Hof auf der Altstadthalbinsel am Kleinen Kiel (das heutige Grundstück der HSH-Nordbank). Die erste öffentliche höhere Mädchenschule in Schleswig-Holstein beginnt mit 195 Schülerinnen - in schwarzen Kleidern und weißen Spitzenschürzen - , die zunächst in fünf und ab 1862 in sechs Klassen unterrichtet werden. Jeden Morgen um 7.55 Uhr gibt eine Lehrerin das Signal zum Schulbeginn. 1878 wird die Schule zur Mittelschule zurückgestuft, da sich die Zahl der Schülerinnen nicht wie erhofft entwickelt. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts erreicht Direktor Plümer ein deutliches Ansteigen der Schülerzahlen, und 1886 wird der Schulbesuch auf ein neuntes Jahr ausgedehnt. Gedenktage und damit unterrichtsfrei waren der 27.Januar (Geburtstag des Kaisers) und der 2. September (Schlacht bei Sedan 1870). Sie waren Höhepunkte des Schuljahres und wurden mit patriotischen Feiern begangen.


1888 - Umzug der Höheren Mädchenschule in den Neubau am Blocksberg

Mit der Ausdehnung auf zehn Schuljahre, der Einführung der zweiten obligatorischen Fremdsprache und nach Abtrennung der Mittelschule erfolgt wieder die Anhebung zur "höheren" Schule. Infolge des starken Bevölkerungsanstieges Kiels (1860: 17.541 EW, 1910: 200.000 EW) und damit auch der Schülerzahlen wird ein neues Schulgebäude benötigt. 1888 ziehen Kollegium und 300 Schülerinnen in einen repräsentativen Bau am Blocksberg um(im 2.Weltkrieg zerstört, heute Grundstück eines Seniorenwohnheims des Deutschen Roten Kreuzes). Direktor Plümer gründet 1890 ein privates Lehrerinnenseminar, aus dem sich später die gymnasiale Oberstufe entwickelt. Seit 1898 werden zusätzlich wahlfreie Kurse eingerichtet, die über die zehnjährige Schulzeit hinausführen. 1902 ist die Schule in Teilen dreizügig und zählt etwa 700 Schülerinnen. Drei Jahre später erstrahlt die Aula zum ersten Mal in elektrischem Licht, und 1912 folgt der Einbau einer Zentralheizung.


1907-12 - Städtische Höhere Mädchenschule I und Höheres Lehrerinnenseminar

Nachdem die Zahl der Schülerinnen 800 überschreitet, wird eine Teilung der Schule erforderlich; es entsteht die Höhere Mädchenschule II (die heutige Käthe-Kollwitz-Schule), die als „Tochterschule“ ausgegliedert wird. Die Mädchenschulreform von 1908 mit der prinzipiellen Gleichstellung von Mädchen-und Knabenschulen ruft auch im Kollegium der Höheren Mädchenschule Widerstand hervor. Professor Langemann erklärt, dass die Gleichstellung der Frau den natürlichen Bedingungen widerspreche, und kommentiert die zukünftig möglich werdende Besetzung von Direktorenstellen mit Frauen: „ Die Frau kann und soll im öffentlichen Leben die Gehilfin des Mannes, nie seine Herrin sein; es ist bei uns in Deutschland gegen die Manneswürde und Mannesehre, amtlich unter Frauen zu dienen.“ Die Einführung der 45-minütigen Kurzstunde und von Wanderfahrten im Jahre 1909 sind weitere Neuerungen, die kontrovers diskutiert werden. Seit 1911 feiert die Schule ihr 50 jähriges Jubiläum zu dem Sie sich hier die originalen Speisekarten ansehen können. Im gleichen Jahr werden die Abschlussprüfung "Reifeprüfung" und die Prüflinge "Abiturientinnen" genannt, die allerdings nach wie vor nur eingeschränkt zu einem Hochschulstudium berechtigt sind. Mit dem Jahr 1912 wird die Höhere Mädchenschule zu einem „Lyzeum“, und das der Schule angegliederte Höhere Lehrerinnenseminar erhält den Titel „Oberlyzeum“. Die spätere Pädagogischen Hochschule Kiel, heute Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität, hat hier ihre Wurzeln.

1914-1918 - Im Krieg

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhindert den Anfang 1914 beschlossenen Neubau der Schule. Das Lyzeum wird kurzzeitig zur Unterbringung von Reservisten beschlagnahmt, Lehrer werden zum Kriegsdienst eingezogen und die Schülerinnen im Schichtunterricht unterrichtet. Während der Kriegsjahre werden Sammlungen und Handarbeitsstunden für die Soldaten an der Front durchgeführt. Anfang November 1918 gibt es wegen der politischen Unruhen (Matrosenaufstand) 3 Tage lang schulfrei.

1919 - Schritte zur Mitbestimmung

Den Schulen wird per Erlass die Einrichtung eines „Schülerrates“ freigestellt, der die Interessen der Schüler vertreten und im Einvernehmen mit der Schulleitung für Ordnung in der Schule sorgen soll. Im Mai 1919 wird auch der erste Elternbeirat der Schule gewählt. Beide Maßnahmen werden vom Kollegium als revolutionäre Marotten kritisch betrachtet und für überflüssig gehalten.

1923 - Inflation

Das Krisenjahr der Republik zeigt sich auch am Oberlyzeum. Die Einnahmen für Schulkonzerte machen die Hyperinflation jenes Jahres deutlich. Im Juni werden 200.000 Mark erzielt, im November 151 Milliarden Mark und nach der Währungsreform 57,95 Goldmark.


1924 - Umzug in das Gebäude am Ravensberg

Der Umzug wird notwendig, da das Gebäude am Blocksberg für die wachsende Schule schon seit Langem zu klein geworden war. Schon ein Jahr zuvor war die Schule mit über 1000 Schülerinnen die größte in Preußen geworden. Das neue Gebäude liegt an der Rankestraße im Grünen und in der Nähe des Wasserturms (am heutigen Westring) und war 1906/07 als eine Doppelmittelschule - eine für Jungen, eine für Mädchen - errichtet worden. Sie stellt aus Sicht der Schulleitung allerdings nur einen notwendigen Kompromiss dar. Es fehlen ausreichend große Sportanlagen, eine Aula und auch ein Musiksaal. Schulveranstaltungen müssen in der Turnhalle ohne Sitzgelegenheiten abgehalten werden.

1925 - Erstes Abiturientinnenexamen mit voller Studienberechtigung

Seit 1924 erhalten Absolventinnen der Oberlyzeen die uneingeschränkte Berechtigung zum Universitätsstudium. Diese Regelung wird in unserer Schule 1925 erstmalig angewandt. Von den 24 Abiturientinnen werden zwanzig studieren, zehn von ihnen sogar promovieren. - Gleichzeitig wird die Lehrerinnenausbildung den Pädagogischen Akademien übertragen. Die Neuregelung schlägt sich in dem neuen Namen Städtisches Oberlyzeum I (seit 1924) nieder, dem der Volksmund bald "am Ravensberg" hinzusetzt. Anlässlich der Besuche des Reichspräsidenten von Hindenburg 1927 und 1931 erhalten die Schülerinnen unterrichtsfrei, um Spalier zu stehen. Schon 1928 wird ein Schülerinnen-Ruderklub in Zusammenarbeit mit der Rudergesellschaft „Germania“ gegründet. Es ist der erste Mädchenruderverein in Schleswig-Holstein, wahrscheinlich sogar in Deutschland.

1933-1938 - Die Oberschule für Mädchen am Ravensberg wird gleichgeschaltet

Seit 1933 werden die Schulen zunächst durch neue Anlässe und Formen von Schulfeiern sowie durch die Einführung des Hitlergrußes, dann zunehmend auch durch Vorschriften für den Unterricht politisch gleichgeschaltet. Dies gilt auch für die Oberschule für Mädchen am Ravensberg, wie sich aus den überlieferten Dokumenten, insbesondere den Konferenzprotokollen, ergibt. Schon am 2. Mai 1933 wird eine „halb-arische“ Lehrerin aus dem Schuldienst entlassen, und kurze Zeit später findet die nationalsozialistische Ideologie Eingang in den Unterricht. Das 75-jährige Schuljubiläum wird 1936 in einer Festwoche gefeiert, und die Schule erhält von der Stadt als Geschenk zwar keine Aula, aber dafür zwei Hitler-Büsten und ein Gemälde, das Reichsminister Göring darstellt. Gemäß dem Erlass "Vereinheitlichung des höheren Schulwesens" von 1938 wird die Vielfalt der Schulformen beseitigt zugunsten der Einheitsform "Oberschule", die nur noch acht statt neun Schuljahre umfasst. Die Teilung der Oberstufe in einen wissenschaftlichen und einen hauswirtschaftlichen Zweig, Frauenoberschule genannt, bedeutet einen Rückschritt gegenüber der 1925 erreichten Gleichberechtigung höherer Bildung für Mädchen.
Durch die verbreitete Skepsis im Kollegium wird die Schule aber keine ausgesprochene „Nazischule“, was mit dazu beigetragen haben mag, dass sich ehemalige Schülerinnen jener Jahre nicht an politische Indoktrination erinnern können.

1939-45 - In den Wirren des Zweiten Weltkriegs verschwinden die Konturen der Schule mehr und mehr

Mit Kriegsbeginn werden 11 Lehrkräfte zum Militärdienst bzw. zum Roten Kreuz eingezogen. Die Oberprimen verlassen am 1. Oktober 1939 ohne Prüfung, aber mit „Anerkennung der Reife“ die Schule für „Kriegshilfsdienste“. Wegen Bombengefahr verliert die Schule ihr Gebäude am Ravensberg, das zum Wohnheim für die "Fremdarbeiter" der benachbarten Rüstungsbetriebe wird. Sie teilt sich im Schichtunterricht mit der Hebbelschule deren Gebäude an der Waitzstraße, bis der größere Teil der Klassen in die Kinderlandverschickung nach Bansin auf Usedom, später auch nach Timmendorfer Strand verlegt wird. In Kiel bleibt nur eine Restschülerschaft, die zusammen mit Schülerinnen anderer Schulen abwechselnd in verschiedenen Schulgebäuden der Stadt unregelmäßig Unterricht erhält, bis auch diese verschickt werden, diesmal nach Grömitz.

1945-1947 - Die Not überwinden

Der Unterricht wird im stark beschädigten Gebäude am Ravensberg wieder aufgenommen. In unbeheizten Klassenräumern mit notdürftig abgedichteten Fenstern findet erneut Schichtunterricht mit der Hebbelschule statt, die nun zu Gast im Ravensberg ist. Aufgrund der Kriegszerstörungen, der Entnazifizierung (statt 806 Lehrkräfte 1939 standen Ende 1946 in Kiel nur noch 565 zur Verfügung) und der Bevölkerungszunahme durch Flüchtlinge (20% der Schülerinnen 1946 stammten aus Flüchtlingsfamilien) kann nur unter erheblichen Belastungen gelehrt und gelernt werden. So wachsen die Beleggrößen in einem unhaltbaren Maße. Saßen 1939 in den höheren Schulen 22 Kinder in einem Raum, so beträgt diese Zahl 1946 70, um bis 1955 auf immer noch 42 abzusinken. Es fehlen Lehrbücher und Lehrpläne, und häufig unterbrechen Stromsperren die Arbeit. Die Schulspeisung wird zu einer zentralen Einrichtung der Schule und hilft den unterernährten Schülerinnen die Not zu überstehen. Einen Einblick in die Schulzeit 1945-47 gibt ein Wandteppich, der im Werkunterricht gefertigt wird. Der Schichtunterricht findet erst 1958 ein Ende, als die neue Hebbelschule fertiggestellt wird.

1948 - Die Schule wird umbenannt in Ricarda-Huch-Schule - Oberschule für Mädchen am Ravensberg

Die Namensgebung erfolgt auf Wunsch der Stadt Kiel, die diese schließlich auch anordnet, nachdem sich das Kollegium zunächst um die Beibehaltung des alten Namens "Ravensberg" bemüht hat. Der Vorschlag "Ricarda Huch" soll von dem damaligen Schulleiter Burmester gemacht worden sein, nachdem Ricarda Huch erst kurz zuvor, am 17. November 1947, gestorben war. Mit Beginn des Schuljahres 1948/49 wird das 13. Schuljahr wiedereingeführt, so dass es im Jahre 1948 keine Abiturprüfung gibt. Ebenfalls werden in den kommenden zwei Jahren keine Sextanerinnen aufgenommen, da die sozialdemokratische Regierung die Grundschule auf sechs Jahrgangsstufen ausgedehnt hat (bis 1951). Trotzdem hat sich 1949 das Schulleben weitgehend normalisiert. Es finden wieder Wanderfahrten statt, die Ruderriege ist bereits seit 2 Jahren wieder aktiv, und das Gebäude wird gründlich renoviert. Zwei Jahre später hat die Schule über 1000 Schülerinnen, davon ein Drittel Heimatvertriebene. Die Sexten und Quinten haben eine Klassenfrequenz von 45 Schülerinnen.

1955 - Ricarda-Huch-Schule: Städtisches neusprachliches und mathematisch-naturwissen-schaftliches Gymnasium für Mädchen

In den 50er Jahren feiert die Schule große Schulfeste im Eichhof oder in der Ostseehalle. Es finden verschiedene Wanderfahrten, Schülerkonzerte, Sportfeste und Ruderregatten statt, bei denen sich die Ricarda-Schülerinnen besonders auszeichnen. Als offizielle Feierstunden werden die Jahrestage des 17. Juni 1953 (Tag der Deutschen Einheit) und des 7. September 1949 (konstituierende Sitzungen von Bundestag und Bundesrat nach der ersten Bundestagswahl) sowie der Reformationstag begangen. Es gibt endlich wieder Lehrpläne und einen neuen Namen. Die Umbenennung 1955 ist Folge einer bundesweiten Vereinheitlichung, nach der alle höheren Schulen den Namen Gymnasium erhalten. Die Gliederung der Oberstufe - später wird die Gabelung auf die obere Mittelstufe vorverlagert - wird mit in den Namen aufgenommen. Im neusprachlichen Zweig werden drei Fremdsprachen und im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig nur zwei Fremdsprachen, dafür verstärkt Unterricht in Mathematik und den Naturwissenschaften erteilt. Das weitere Anwachsen der Schülerschaft und die Mängel des Gebäudes (keine Aula, zu wenig Fachräume, ohne zweiten Musikraum) führen dazu, dass die Kieler Ratsversammlung 1957 den Neubau eines Schulgebäudes auf dem heutigen Grundstück beschließt.

1962 - Umzug der Schule in ein neues Gebäude am Westring

Das neue Gebäude liegt nur wenige hundert Meter vom alten entfernt. Es wird „im Grünen“ in dem um 1960 in Kiel üblichen Pavillon-Stil errichtet. Seine Architektur verzichtet auf einen Repräsentationsanspruch und stellt die neue „Gartenschule“ als Flachbau mit Klassengärten, großflächigen Fensterfronten und Vorfluren der überkommenen „Schulkaserne“ gegenüber.
Gleichzeitig mit dem Einzug wird das um ein Jahr verschobene 100- jährige Bestehen der Schule gefeiert. Die große Büste Ricarda Huchs (geschaffen von der ehemaligen Ricarda-Schülerin Karin Hertz) findet in der Eingangshalle der Aula ihren Platz. 1962 unternimmt die Schule auch ihre erste Wanderfahrt ins Ausland, nach Paris. 1964 wird die Teilnahme am Ruderunterricht für alle Obertertien zur Pflicht, jedoch nimmt das Interesse der Schülerinnen für den Rudersport kontinuierlich ab. Die Schule hat 1966 um die 850 Schülerinnen. Übrigens: 1964 machten in Schleswig-Holstein nur 6% der Schüler und Schülerinnen eines Jahrgangs das Abitur.

1968/69 - Studentenunruhen

Die Nähe zur Universität macht auch die Ricarda-Huch-Schule zu einem Ziel des studentischen Protests. Am 9. Juni 1969 dringen über 200 Demonstranten in das Gebäude und die Aula ein, um die Schülerinnen für ein studentisches „Teach in“ und einen Schulstreik zu „befreien“. Die Polizei wird gerufen, um die Ordnung wieder herzustellen. Nach der Abiturprüfung 1969 lehnen die Abiturientinnen eine feierliche Entlassung ab und auch ein Festball findet nicht statt. Die Schülervertretung setzt eine Raucherecke für ältere Schülerinnen durch und organisiert mit viel Engagement Feiern und andere Veranstaltungen für die Schülerschaft.

1971 - Einführung der Koedukation

Die Einführung der Koedukation entspricht einem bundesweiten pädagogischen Trend. Sie wird in Kiel ab dem Schuljahr 1969/70 eingeführt, an der Ricarda-Huch-Schule wegen des hinhaltenden Widerstands des Kollegiums erst zwei Jahre später. Die Schule erhält nun den Namen Ricarda-Huch-Schule. Städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen, und 1980 bestehen die ersten Jungen ihr Abitur.

1976 - reformierte Oberstufe

Die in der ganzen Bundesrepublik eingeführte „neugestaltete Oberstufe“ hält zum Schuljahr 1976/77 auch an der Ricarda-Huch-Schule Einzug. In dem neuen Kurssystem wählen die Schüler ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend Schwerpunkte (Leistungskurse). Die Vielzahl von gymnasialen Schulneugründungen in Kiel in den späten Sechzigern und Siebzigern lassen auch die Schülerzahl der Ricarda-Huch-Schule sinken. 1977/78 hat die Schule 639 Schüler und Schülerinnen.

1981 - Namensänderung: Ricarda-Huch-Schule. Gymnasium der Landeshauptstadt Kiel

1986 - 125 Jahre Ricarda-Huch-Schule

Aus diesem Anlass erscheint die Schulgeschichte Schule - Spiegel ihrer Zeit. Die Geschichte der Ricarda-Huch-Schule in Kiel 1861 - 1986 aus der Feder ihres damaligen Schulleiters Dr. Jens Godber Hansen, der dieser historische Überblick das meiste verdankt.

1991 - Einführung des bilingualen Unterrichts

Die Ricarda-Huch-Schule bietet 1991 als eine von fünf Pionierschulen in Schleswig-Holstein erstmalig bilingualen Unterricht an, d.h. Sachfachunterricht – in unserem Fall zunächst Geschichte, dann auch Geographie – auf Englisch. Seit 1997 befindet sich der bilinguale Unterricht nicht mehr in der Erprobungsphase, sondern gilt als reguläres Unterrichtsangebot, das einige ausgewählte Schulen vorhalten. Die Ricarda-Huch-Schule kann nach nunmehr zwanzig Jahren mit inzwischen erprobten Methoden und Materialien auf eine erfolgreiche Tradition zurückblicken.

1996 - Comenius

Unsere Schule beteiligt sich seit diesem Jahr kontinuierlich am Comenius-Programm der EU.

1999 - Ende des Hauswirtschaftsunterrichts

Eine Ära geht zu Ende: Der Hauswirtschaftsunterricht an der Ricarda-Huch-Schule wird endgültig eingestellt. Nachdem keine voll ausgebildete Hauswirtschaftslehrerin mehr vom Land eingestellt wurde und Frau Kroll dankenswerterweise in der Nachfolge von Frau Karpen dieses prägende Element unserer Schule noch für zwei Jahre gerettet hat, muss die Ricarda-Huch-Schule der Koedukation nun einen letzten Tribut zollen.

2005 - Einrichtung einer Bläserklasse

Die Ricarda-Huch-Schule betritt in Kiel pädagogisches Neuland, indem sie erstmalig eine Bläserklasse eingerichtet, deren Schüler im regulären Musikunterricht und durch zusätzlichen Instrumentalunterricht ein neues Musikinstrument spielen lernen.

2008 - Reformen

Nach einer Vielzahl von spürbaren Neuerungen in den vergangenen Jahren – u.a. Rechtschreibreform, neue Lehrpläne, Einführung von Lernplänen – beschert uns dieses Jahr ein neues Schulgesetz, das mit seinen daraus abgeleiteten Verordnungen die Schullandschaft grundlegend verändert: Zentralabitur, Profiloberstufe, Verkürzung der Schulzeit, Aufsteigen in den Klassen der Mittelstufe ohne Versetzungsbeschluss usw. verlangen den Kollegien ein hohes Maß an Arbeit, Verwaltungsaufwand und Flexibilität ab.

2011 - Mensabau, Sanierung des Aulagebäudes, Ricarda jubiliert zum 150. Geburtstag.