Ricarda-Huch-Schule - Kiel

Erasmus+-Projekt (ehemals Comenius)

Seit 1995 fördert die Europäische Union neben dem Austausch zwischen europäischen Universitäten (Leonardo-Projekt) auch den Austausch zwischen allgemeinbildenden Schulen, und seit 1996 ist unsere Schule dabei. Mindestens drei Schulen aus Ländern der EU (oder assoziierte Mitglieder) schließen einen Partnerschaftsvertrag mit dem Ziel, dass jeweils eine Gruppe ihrer Schüler gemeinsam mit den Partnerschülern gemeinsam an einem zuvor vereinbarten, fächerübergreifenden Thema arbeitet. Lehrkräfte und Schüler stellen zu Beginn einen Arbeitsplan für zwei Jahre auf, in dem festgelegt wird, wer was ausarbeitet und wann in welcher Partnerstadt ein gemeinsames Arbeitstreffen durchgeführt wird. Schülerinnen und Schüler aus den Partnerschulen treffen sich meist viermal innerhalb des zweijährigen Projektzyklus in sog. Workshops, um dort gemeinsam an den verabredeten Fragestellungen zu arbeiten. Die Arbeitssprache ist für gewöhnlich Englisch, auch dies ein Grund  für unsere bilinguale Schule, hier mitzuarbeiten.

Unser ehemaliges Comenius-Projekt Food For Thought (siehe unten) wird das letzte Projekt sein, das nach den seit 1995 bestehenden Vorgaben organisiert wurde. Am 1. Januar 2014 ging Erasmus+ an den Start, das neue EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport. Und selbstverständlich wird unsere Schule versuchen, auch unter den veränderten Rahmenbedingungen in Europa am Ball zu bleiben.

Unsere europäischen Partnerschulen von 1996 bis heute:

  1. 1996-1999: Kongsberg (Norwegen), Bruneck (Italien)
  2. 2001-2004: Alcamo (Italien),Dokkum (Niederlande), Sczecin (Polen), Kongsberg (Norwegen)
  3. 2004-2007: Poznan (Polen), Tallinn (Estland), Newport (Großbritannien)
  4. 2008-2010: Aarhus (Dänemark), Tallinn (Estland), Jaworzno (PL), Turin (Italien), Granada (SP)
  5. 2010-2012: Aarhus (Dänemark), Granada (Spanien), Jaworzno (Polen), Valasske Klobouky (Tschechische Republik)
  6. 2013-2015: Aarhus (Dänemark), Istanbul (Türkei)

Ricarda goes Europe once more: Das aktuelle Comenius-Projekt

Noch kurz vor Beginn der Sommerferien erreichte uns die frohe Kunde, dass unsere Schule auch 2013-15 Partnerschule eines internationalen Comenius-Projekts sein wird.  Damit setzt die Ricarda-Huch-Schule eine Tradition fort, die bis in die frühen 90er Jahre zurückreicht und bis heute zahlreichen Schülerinnen und Schülern wie auch Lehrkräften die Möglichkeit bietet, Schulen und vor allem Menschen aus den verschiedensten Regionen Europas kennenzulernen. So ist und bleibt die Kooperation mit europäischen Partnerschulen ein wichtiges, identitätsstiftendes Merkmal unserer Schule.

Aus der Taufe gehoben wurde unser aktuelles Projekt im Rahmen eines Lehrertreffens, welches unter Beteiligung von Lehrkräften aus Portugal, Dänemark, Rumänien, Deutschland, Griechenland und der Türkei im Januar 2013 in Barreiro, Portugal, stattfand. Im Februar schließlich stand der gemeinsam auf Englisch erarbeitete Projektantrag, welchen jede Partnerschule der jeweiligen nationalen Agentur zur Bewilligung vorzulegen hatte. Leider stellte sich im Laufe des Sommers heraus, dass nur drei der ursprünglich sechs Partnerschulen einen positiven Bescheid erhalten haben, nämlich Århus, Istanbul und die Ricarda-Huch-Schule, während unsere Freunde aus Portugal und Griechenland von ihren nationalen Agenturen auf Wartelisten gesetzt wurden. Der Umstand, dass trotz einer exzellenten Projektbewertung nur drei der sechs nationalen Agenturen die entsprechenden Gelder bewilligt haben, lässt erahnen, wie groß der Wettbewerb um europäische Fördergelder in einigen Ländern sein muss. Wir hoffen inständig, dass zumindest unsere portugiesische Partnerschule doch noch den Zuschlag erhalten möge; vor allem, weil unser gemeinsames Projekt zu einem nicht unerheblichen Anteil auf Ideen fußt, die unsere Kolleginnen in Barreiro entwickelt haben. Worum geht es nun aber in dem neuen Comenius-Projekt?

Unser Projekt Food For Thought: Traditional and Sustainable Eating Habits in Europe richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II. Gegenstand der Projektarbeit ist die Beschäftigung mit unterschiedlichen Aspekten einer gesunden und nachhaltigen Ernährung; ein wesentliches Ziel ist es, das kritische Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der eigenen Ernährung und der Produktion von Nahrungsmitteln zu schärfen. Gleichzeitig richtet sich unser Blick auf kulinarische und landwirtschaftliche Traditionen der Partnerländer, sodass nationale Unterschiede bei der Herstellung und Zubereitung von Lebensmitteln auch als vielfältige Ausdrucksformen eines europäischen kulturellen Erbes wahrgenommen werden. Durch eine Vielzahl praxisbezogener Aktivitäten wie dem Besuch landwirtschaftlicher und Lebensmittel verarbeitender Betriebe, ernährungswissenschaftlicher Einrichtungen, über die der Durchführung einer Podiumsdiskussion sowie die Erarbeitung einer Reihe von themenbezogenen Informations- und Lehrmaterialien eröffnet unser Projekt eine facettenreiche europäische Perspektive.

Für die Projektarbeit sind folgende übergeordnete Themen vorgesehen:

Die intensive Zusammenarbeit verschiedener Partnerschulen aus unterschiedlichen Regionen Europas über das Projekt Food For Thought wird es allen Beteiligten, Schülerinnen und Schülern wie Lehrkräften, ermöglichen, den Themenkomplex Nahrung und Ernährung in seiner europäischen Dimension zu begreifen, und leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Schaffung eines paneuropäischen Bewusstseins.